Fünf Fragen an Kurt A. und Thomas Beck

Kurt A. Beck und Thomas Beck – Vater und Sohn – sind bereits seit Jahrzehnten bei der IHK Region Stuttgart engagiert. Kurt A. Beck, Geschäftsführer der Beck Medien- und Verlags-GmbH, ist mehr als 20 Jahre Mitglied der Vollversammlung der IHK Region Stuttgart und der Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen und arbeitet im Dienstleistungsausschuss mit. Thomas Beck, Geschäftsführer der gleichnamigen Esslinger Werbeagentur, ist ehrenamtlicher IHK-Prüfer für Marketingfachleute und langjähriges Mitglied der Wirtschaftsjunioren.

Sie sind beide bei der IHK sehr aktiv. Was treibt Sie an?

Kurt A. Beck: Die IHK kann die Rahmenbedingungen für die Aktivitäten von Unternehmen aktiv mitgestalten. Ob es um die Verkehrssituation geht, um Aus- und Weiterbildung oder Digitalisierung. Wir verstehen uns als Stimme der Wirtschaft und werden von der Politik als echter Partner wahrgenommen.

Thomas Beck: Für mich ist die qualitativ hohe Ausbildung ein wesentlicher Standortfaktor. Hier bringe ich mich seit mehr als 20 Jahren gerne ein. Die IHK ist der Garant für die duale Ausbildung, den wichtigen Baustein für den Erfolg der regionalen Wirtschaft.

Fast alles, was man wissen muss, gibt es doch schon online. Ist da eine Industrie- und Handelskammer eigentlich noch zeitgemäß?

Kurt A. Beck: Klar, viele Informationen finde ich im Internet. Aber eine persönliche Expertenberatung live oder am Telefon, bei der ich eine Lösung für mein individuelles Problem erhalte – das bietet nur die IHK. Außerdem ändern sich doch Regeln, Vorgaben, Gesetze, Zollbestimmungen etc. ständig. Die Mitarbeiter der IHK sind immer auf dem aktuellsten Stand –die Informationen im Internet nicht.

Thomas Beck: Die Einzelberatungen sind sehr gut, aber auch die Seminare und Workshops. Und das alles entweder kostenlos oder zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Wie profitiert Ihre Werbeagentur von den Leistungen der IHK?

Thomas Beck: Da kann ich drei ganz aktuelle Beispiele nennen. Als sich die neue europäische Datenschutzrichtlinie ankündigte, waren wir unsicher, was zu tun wäre. Ein Anruf bei der IHK genügte, und ein paar Tage später erläuterte uns ein Experte bei uns in der Agentur die notwendigen Maßnahmen. Beispiel 2: Für einen Kollegen benötigten wir ein Auslandsvisum – die IHK konnte uns, in Zusammenarbeit mit der Außenhandelskammer, schnell weiterhelfen. Und als wir unsere Ausbildungsstelle keinen Bewerber finden konnten, vermittelte uns die IHK einen passenden Azubi – übrigens einen, der in einem anderen Betrieb seine Ausbildung abbrechen musste und mithilfe der Kammer den neuen Platz bei uns fand.

Kurt A. Beck: Wohlgemerkt: Diese drei genannten Dienstleistungen mussten wir nicht bezahlen, denn sie sind über unsere IHK-Beiträge abgedeckt. Jedes Mitgliedsunternehmen kann solche Services im Rahmen seiner Mitgliedschaft kostenlos beziehen.

Wo müsste sich die IHK Ihrer Meinung nach verändern, verjüngen, neu ausrichten?

Kurt A. Beck: Ganz allgemein gesagt: Eine Institution wie die IHK muss mit der Zeit gehen und ihren Mitgliedern auch technisch immer einen Schritt voraus ein. Das heißt, dass die Kammer zum Thema Digitalisierung nicht nur berät, sondern selbst ihre Prozesse digitalisiert und den Mitgliedern einen Mehrwert anbieten kann.

Thomas Beck: Ich glaube, die IHK muss noch stärker in den Schulen für die duale Ausbildung werben. So zeigt sie auch Präsenz bei jungen Menschen, die die Institution und ihr Angebot kennen lernen können.

Die IHK versteht sich auch als Stimme der Wirtschaft. Kann eine Institution überhaupt für alle ihre 160.000 Mitglieder sprechen?

Kurt A. Beck: Ja, denn die Vollversammlung ist das Parlament und das vom Gesetzgeber bestimmte Organ der Wirtschaft. Jeder Unternehmer kann hier mitbestimmen, unabhängig davon, wie groß sein Unternehmen ist und ob er Mitgliedsbeiträge bezahlt oder davon befreit ist.

Thomas Beck: Die Vollversammlung und die Bezirksversammlungen sind demokratisch gewählt und jeder Vertreter kann hier zu Wort kommen. Wie in jedem Parlament entscheidet am Ende die Mehrheit, was die Kammer tun soll. Je mehr Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände sich an den Wahlen beteiligten, desto besser bilden die Versammlungen die Zusammensetzung der regionalen Wirtschaft ab. Das ist wichtig, deshalb kann ich nur alle dazu aufrufen, bei den Wahlen ihre Stimme abzugeben.