Statement zum Vorwurf der Kaktus-Initiative bzgl. der geringen Anzahl von Kandidaten für die IHK-Wahl 2020

In einem Beitrag in der „Stuttgarter Zeitung“ vom 20. Mai 2020 weist Clemens Morlock, Sprecher der Kaktus-Initiative, darauf hin, dass es zu wenige Kandidaten für die Wahl der Vollversammlung der IHK Region Stuttgart gäbe und dass es konkret in einem Drittel der 48 Wahlgruppen an Bewerbern fehle. Morlock vermutet, das die Wahlordnung der IHK zu kompliziert sei, was Bewerber abschrecke.

Dies entspricht nicht der Wahrheit. Es gibt 377 Kandidaten für die 240 zu vergebenden Sitze in der Vollversammlung und in den Bezirksversammlungen. Damit ist jeder zweite Sitz streitig: Von den 48 Untergruppen in der Vollversammlung sind 31 streitig, die Gruppen der Bezirkskammern sind fast alle streitig.  Das mag im Vergleich zu politischen Wahlen wenig erscheinen, wo auf jeden Sitz mehrere Kandidaten kommen. Im Verbandsumfeld ist das aber sicherlich ein gutes Verhältnis, vergleichbar mit dem früherer IHK-Wahlen.

In der Tat steht in der Wahlordnung, dass in allen Gruppen ein Kandidat mehr als Anzahl der Sitze antreten sollte. Es heißt aber „soll“ und nicht „muss“; somit ist die Wahl vollkommen rechtsfest. Die sicherlich nicht unkomplizierte Wahlordnung ist aber auf jeden Fall nicht der Grund für die Anzahl der Kandidaturen. Vielmehr ist es im Verbandsumfeld alltäglich, dass es nur „leicht“ streitige Wahlen gibt. Bei vielen Verbänden gibt es überhaupt keine streitigen Wahlen.

Die Initiative pro Wirtschaft Stuttgart kann die Kritik der Kaktus-Initiative daher nicht nachvollziehen.